Was ist eine Nahtoderfahrung?

Eine sehr schöne Definition dessen, was mit dem Begriff “Nahtoderfahrung” gemeint ist, hat der niederländische Kardiologe Pim van Lommel in seinem Buch “Endloses Bewusstsein” auf Seite 33 gegeben:

“In der Geschichte findet man zu allen Zeiten und in allen Kulturen Berichte von Menschen, die sich nach einer lebensbedrohlichen Krise an eine außergewöhnliche Erfahrung erinnert haben. Heute nennt man so etwas eine Nahtoderfahrung.

Meiner Definition nach umfasst eine Nahtoderfahrung (NTE) alle aus der Erinnerung geschilderten Eindrücke während eines außergewöhnlichen Bewusstseinszustands – mit charakteristischen Elementen wie der Erfahrung eines Tunnels, eines Lichts, eines Lebenspanoramas, der Begegnung mit Verstorbenen oder der Wahrnehmung der eigenen Reanimation.

Zu diesem Bewusstseinszustand kann es während eines Herzstillstandes kommen – also in einer Phase, in der ein Mensch klinisch tot ist -, aber auch bei einer ernsthaften Erkrankung oder ohne klare medizinische Ursache. Diese Erfahrung führt fast immer zu tief greifenden und nachhaltigen Änderungen der Lebensauffassung und zu einer furchtlosen Einstellung gegenüber dem Tod. Der subjektive Charakter und der fehlende Bezugsrahmen dieser Erfahrung bringen es mit sich, dass das Vokabular, mit dem eine NTE geschildert wird, durch individuelle, kulturelle und religiöse Faktoren geprägt ist. Gleiches gilt auch für die Interpretationen einer NTE. Ein Kind wird seine Erlebnisse anders in Worte fassen und interpretieren als ein Erwachsener, ein Christ anders als ein Buddhist oder Atheist.

Eine gelungene Definition einer NTE hat meiner Meinung nach der amerikanische NTE-Forscher Bruce Greyson formuliert:

»Nahtoderfahrungen sind tief gehende psychische Ereignisse mit transzendenten und mystischen Elementen, die vor allem bei Menschen auftreten, die dem Tode nahe sind oder sich in einer Situation ernster körperlicher oder emotionaler Gefährdung befinden.«

 

 

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