Vorwort

 

„Meines Erachtens gibt es für das denkende Wesen
keinen entscheidenderen Augenblick als den,
wo ihm gleichsam die Schuppen von den Augen fallen
und es entdeckt, dass es nicht einsam
in den Einöden des Weltalls verloren ist,
sondern dass ein universeller Lebenswille in ihm zusammenströmt
und sich in ihm vermenschlicht.
Der Mensch ist nicht, wie er so lange geglaubt hat,
fester Weltmittelpunkt, sondern Achse und Spitze der Entwicklung – und das ist viel schöner.“

                                                       Pierre Teilhard de Chardin        

 

Vorwort

 

Als ich im Dezember 2014 die Niederschrift meines ersten kleinen Buches mit dem Titel Am Boden des Bechers wartet Gott beendete, war das der vorläufige Abschluss einer längeren Zeit des Suchens und Tastens. Diese Zeit war geprägt von vielen Vorträgen zur Thematik, wie Glaube und Naturwissenschaften mit Hilfe der Einsichten der Quantenphysik zusammengebracht werden könnten. Die wesentlichen Inhalte dieser Vorträge fanden ihren schriftlichen Niederschlag in dem erwähnten Buch.

In der Zwischenzeit bin ich auf unterschiedlichsten Wegen in Kontakt gekommen mit den neuesten Ergebnissen der Nahtodforschung. Diese haben mich von Anfang an fasziniert, da sie meine von der Quantenphysik her abgeleitete, eher theoretische Sicht auf die Welt und die Zusammenhänge zwischen materieller und geistiger Wirklichkeit nicht nur bestätigen, sondern durch persönliche Erfahrungsberichte ergänzen und bereichern. Mit dem jetzt vorliegenden zweiten Buch versuche ich zu zeigen, dass die Ergebnisse der Nahtodforschung und der Quantenphysik ein Gesamtbild der Wirklichkeit ergeben, das in sich schlüssig und plausibel ist. Dieses Bild ist mit dem vergleichbar, welches schon vor mehr als 50 Jahren von Teilhard de Chardin vorgestellt wurde. Durch die Erkenntnisse der Quantenphysik und der Nahtodforschung wird es noch prägnanter und lässt sich in Kurzfassung so darstellen: Vom Quant bis zum Menschen – und auch über seinen Tod hinaus – verfolgt die Evolution ein großes Ziel, nämlich die Qualität des Bewusstseins so zu steigern und zu erweitern, dass es am Ende mit dem göttlichen Bewusstsein in einer tiefen Vereinigung zusammenschwingen kann.

Andreas Neyer

 Iserlohn, im März 2017

 

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