Über mich und diese Seite

Zunächst einmal ein Herzliches Willkommen allen, die sich für mich und diese Website interessieren.

Mittlerweile gehe ich mit großen Schritten auf meine Pensionierung zu, die voraussichtlich zum 1. April 2018 erfolgen soll. Ich blicke dankbar zurück auf ein interessantes und fruchtbares  Berufsleben, das nach dem Physikstudium (1978) mit der Promotion an der FernUniversität in Hagen im Fachbereich Elektrotechnik (1982) begann und sich dann mit der Habilitation (1990) und der Professur für Mikrostrukturtechnik (ab 1994) an der Universität – jetzt TU – Dortmund in der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik fortsetzte.

Neben der Begeisterung für Technik schlägt jedoch noch ein zweites Herz in meiner Brust, welches mich schon immer zu grundsätzlichen philosophisch-theologischen Fragen hinzog.  Eine erste umfassendere Orientierung in diesen Fragen haben mir die fünf Semester Philosophie und Theologie an der Universidade Católica in Salvador da Bahia (Brasilien) gebracht, die ich direkt nach dem Abitur (1968) als Mitglied des Franziskanerordens absolvierte.
Mit dem Ende meiner beruflichen Tätigkeit nehme ich nun diesen Faden der frühen Jahre wieder auf und verknüpfe ihn mit einem neuen Faden, der durch das Studium der Physik und Anregungen des Mystikers Willigis Jäger hinzugekommen ist – mit dem Faden der Quantenphysik.

Bei genauem Hinsehen zeigt sich nämlich, dass die Quantenphysik nicht nur zur Berechnung mikrophysikalischer Eigenschaften von Materie geeignet ist, sondern auch ein revolutionäres Konzept über die Struktur der Wirklichkeit beinhaltet. Geht die klassische Physik von objektiven, unveränderlichen materiellen Grundbausteinen für den Aufbau von Allem aus, so stellen sich aus der Sicht der Quantenphysik die Grundelemente der Wirklichkeit – die Quanten – als Prozesse dar, die ununterbrochen zwischen faktischen, materiellen Erscheinungen in der uns umgebenden, realen Welt und potenziellen, nicht-sichtbaren und nicht-greifbaren Möglichkeitsformen wechseln. Diese Grundstruktur aller „Bausteine“ unseres Kosmos macht die Quantenphysik so attraktiv als Modell für eine ganz allgemeine „Materie-Geist“ Interaktion.  Auf der Ebene des Menschen ist dieses Phänomen als „Leib-Seele“ Problem bekannt.

Natürlich ist ein aus den Naturwissenschaften abgeleitetes Modell der Wirklichkeit, in dem es neben einer materiellen auch eine nicht-materielle, „geistige“ Komponente gibt, extrem interessant für eine neuartige und umfassende theologische Sicht des Ganzen. Aus meiner Sicht enthüllt die Struktur der Quanten als prozessartiges Wechselspiel zwischen einer klar definierten Möglichkeitswelt (Potenzialität) und der sich daraus ergebenden, im Einzelfall spontanen und rein zufälligen, im statistischen Mittel jedoch sehr genau strukturierten Realität (Faktizität) auf rudimentäre Weise die Gesamtstruktur unseres Universums und damit letztlich auch die Struktur des Ganzen und damit auch Gottes – als Interaktion zwischen Immanenz (Gottes Anwesenheit im Hier und Jetzt) und Transzendenz (Eigenschaft Gottes, die über die sichtbare Welt hinausgeht) .

Das sich aus dieser Sicht ergebende Gottesbild wird als „panentheistisch“ bezeichnet, was übersetzt bedeutet: „Gott ist in Allem“ bzw. „Alles ist in Gott“. Dieses Bild ist nicht ganz neu. Es wurde sowohl von Paulus („In ihm leben wir, bewegen wir uns und sind wir.“ (Apg 17, 28)) als auch von einigen Kirchenvätern und von fast allen Mystikern bevorzugt. Trotzdem gibt es leider nur wenige Theologen, die dieses wunderbare und umfassende panentheistische Gottesbild aufgegriffen und theologisch reflektiert haben. Einer der wenigen auf katholischer Seite ist Prof. Dr. Klaus Müller, Professor für philosophische Grundfragen der Theologie an der Fakultät für Katholische Theologie der Universität Münster.

Es ist ein Ziel dieser Homepage, das umfassende, befreiende und froh machende Bild eines „Gott-in-Allem“ zu verbreiten. Man muss dazu nicht unbedingt Quantenphysik verstehen, aber die Einsichten, die aus der Grundstruktur der Quanten für die Wahrnehmung der uns umgebenden Wirklichkeit gewonnen werden können,  sind – zumindest für mich – so beglückend, dass ich sie möglichst nicht nur pauschal, sondern auch im Detail an alle die weitergeben möchte, die sich dafür interessieren und Gewinn daraus ziehen möchten.
Die Folien und Texte meiner Vorträge aus den Jahren 2014 und 2015 zum Thema “Gott-in-Allem” stehen dazu zur Verfügung. Eine ausführliche Beschreibung der Vortragsinhalte und darüber hinausgehender Fragen finden sich auch in meinem Buch mit dem Titel eines gekürzten Heisenberg-Zitates: „Am Boden des Bechers wartet Gott“.

Eine wunderbare Ausbreitung des panentheistischen Gottesgedankens habe ich in jüngster Zeit gefunden in dem Buch des amerikanischen Neutestamentlers Marcus J Borg mit dem Titel: „Heute Christ sein – Den Glauben wieder entdecken“. In elf Kapiteln bricht Borg das Konzept des „Gott-in-Allem herunter auf nahezu alle Ebenen des christlichen Glaubens.
Beginnend mit „Das Herz des Christentums in einer Zeit des Wandels“reflektiert er die u.a. die Themen Glaube, Bibel, Gott, Jesus, Reich Gottes etc.
Das Buch ist ein echter Gewinn und offensichtlich sehr begehrt. Es ist im Handel vergriffen und auf dem Gebrauchtmarkt ungewöhnlich teuer. Das Vorwort und einen kleinen Auszug zum „aufkommenden Paradigma“ finden Sie unter dem Menüpunkt „Bücher“. Bei weitergehendem Interesse an dem Buch, bitte bei mir melden.

Ich wünsche nun viel Vergnügen, Freude und Gewinn beim Stöbern auf meinen Seiten. Ich werde ständig daran weiterarbeiten und freue mich über jede Rückmeldung.

Herzliche Grüße

Andreas Neyer

PS: Wer mehr über mich und meine Biographie wissen möchte, sei verwiesen auf ein ausführliches Interview, das am 12. September vom Domradio Köln gesendet wurde. Das Interview mit einer Länge von 55 Minuten kann  im Internet als Podcast abgerufen werden unter:
https://www.domradio.de/audio/andreas-neyer-wissenschaft-trifft-glauben
Es steht auch zum Download zur Verfügung unter:
https://my.hidrive.com/lnk/SdGYMo5J

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